Schnell geht bei Pro Sieben Sat 1 nichts: Seit fast sechs Jahren versucht nun der italienische Fernsehkonzern Media for Europe (MFE), der von der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, Pro Sieben Sat 1 zu übernehmen. Vor etwa zwei Monaten dann hat MFE ein Übernahmeangebot an alle übrigen Aktionäre von Pro Sieben Sat 1 vorgelegt. An diesem Montagmorgen kommt nun das vorläufige Ergebnis: MFE hat sich bis jetzt 43,6 Prozent der Anteile gesichert.
Die Italiener wollen aber mindestens 50 Prozent haben, damit sie in München durchregieren können. Doch das Spiel ist nicht vorbei: Jetzt gibt es noch eine gesetzlich geregelte Nachfrist. Danach haben die Pro-Sieben-Sat 1-Aktionäre von diesem Dienstag an noch einmal zwei Wochen Zeit, ihre Anteile den Italienern anzudienen. Gerade große institutionelle Investoren warten in der Regel bis zum letzten Moment, um ihre Aktien zu verkaufen (weil ja immer noch irgendetwas passieren könnte). Deshalb hat MFE gute Chancen, doch noch auf 50 Prozent oder mehr zu kommen. Am Montag lag die Aktie von Pro Sieben Sat 1 bei 7,94 Euro, das Angbeot von MFE – bestehend aus einer Barkomponente und MFE-Aktien – liegt umgerechnet bei etwa acht Euro. Später könnte MFE auch am Aktienmarkt Anteile kaufen.












