Im Kampf um die Senderkette Pro Sieben Sat 1 legt der italienische Medienkonzern MFE überraschend nach und setzt damit den tschechischen Rivalen und Mitaktionär PPF unter Zugzwang. Die Italiener – das Unternehmen wird von der Familie des ehemaligen italienischen Politikers Silvio Berlusconi kontrolliert – erhöhen ihr Angebot für die deutsche Senderkette.

„Nicht, weil unser anfängliches Angebot unangemessen gewesen wäre, sondern weil wir von dem Industrieprojekt überzeugt sind, das wir seit Jahren als Hauptaktionär unterstützen“, mit diesen Worten begründete Pier Silvio Berlusconi, der Chef der Familienholding, die Aufstockung.

Das Geschäft, das Media For Europe (MFE) mit den bisherigen Eignern der deutschen Senderkette eingehen will, sähe, wenn es nach den Italienern geht, nun wie folgt aus: Die Aktionäre erhalten pro Pro-Sieben-Sat 1-Aktie erstens 4,48 Euro in bar und zweitens 1,3 A-Aktien von MFE. Nur den zweiten Teil des Angebots hat Berlusconis Unternehmen aufgestockt. Rechnet man beides zusammen, würden die Pro-Sieben-Aktionäre knapp acht Euro pro Aktie erhalten.

Das läge deutlich über der Offerte des tschechischen PPF-Konzerns, der sieben Euro in bar bietet – und auch über dem aktuellen Kurs der Pro Sieben-Sat 1-Aktie. Diese legte am Montag um elf Prozent auf 7,80 Euro zu. Pro Sieben Sat 1 würde im Zuge des aufgebesserten Angebots mit gut 1,8 Milliarden Euro bewertet.