Geschichten werden manchmal mündlich erzählt oder in Form von Filmen oder Bildern. Geschichte aber wird vorzugsweise geschrieben, und auch ihre Quellen haben die Historiker am liebsten schwarz auf weiß am Schreibtisch liegen. In Erfurt in Thüringen sind zwei Historiker bei ihren Nachforschungen über die dortige Krämerbrücke jetzt zufällig auf ein solches Dokument gestoßen, das 200 Kilometer Luftlinie weiter südlich im bayerischen Regensburg leichte Erschütterungen am altstadtseitigen Ende der Steinernen Brücke auslösen könnte. Denn dort wackelt nun der Status der Historischen Wurstkuchl als „Älteste Bratwurststube der Welt“.

Wann dort an der Steinernen Brücke der erste Koch die hungrigen Bau- und Hafenarbeiter verpflegt hat, das weiß niemand so genau. Erstmals urkundlich erwähnt wurde ein solcher Koch nach bisherigem Kenntnisstand in einer städtischen Steuerliste von 1378, also 232 Jahre nach der mutmaßlichen Fertigstellung der Brücke – und satte 109 Jahre nach dem Datum jener Urkunde, welche die Thüringer nun plötzlich aus dem Wurstkessel gezaubert haben.

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