Markus Söder (l.), Dorothee Bär, Alexander Gerst: Deutschland treibt die Raumfahrt voran. Foto: Dpa, ESA, DLR, Getty Images, brckmnn [M] Raumfahrt: Unsicherheit auf der Erde beschleunigt Rennen um die Dominanz im All Die deutsche Raumfahrt erlebt ein Comeback. Ministerien, Lobby und Konzerne treiben neue Missionen voran. Auch weil der Weltraum zum neuen Kriegsschauplatz werden könnte.
Daniel Delhaes 10.08.2025 - 14:24 Uhr Artikel anhörenBerlin. Markus Söder weiß um die Macht der Bilder. Der bayerische Ministerpräsident trägt eine blaue Jacke der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, auf seiner Brust der Schriftzug: „Dr. Markus Söder“. Der CSU-Chef wirbt für die Raumfahrt und für das, was kommen soll: neben dem Raumfahrtkontrollzentrum hier am Standort Oberpfaffenhofen ein weiteres – für den Mond.Mehr als 60 Millionen Euro wird Bayern investieren und so die Arbeit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vor Ort erweitern. „Das war eine gute Show“, berichten später Teilnehmer des „Mondgipfels“, den Söder Anfang Juli vor den Toren Münchens abhielt.Markus Söder in Oberpfaffenhofen: Er weiß um die Macht der Bilder. Foto: Felix Hörhager/dpaEtwas leiser mag es in Nordrhein-Westfalen zugehen. Aber in Köln, wo das DLR seine Zentrale hat, existiert inzwischen „Luna“: eine künstliche Mondlandschaft, auf der Astronauten trainieren. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) setzt auf die Zukunft der Raumfahrt.Die Branche in Deutschland formuliert ihren Wunsch nach mehr längst offen: Astronaut Alexander Gerst wirbt für mehr Geld, das DLR, ebenso der Chef der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Josef Aschbacher wird auch Ende September beim Weltraumkongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie erwartet, ebenso mehrere Bundesminister und rund 800 Teilnehmer.Auch auf europäischer Ebene wird das Thema Raumfahrt vorangetrieben. Im November wird der Rat der 23 Esa-Mitgliedstaaten in Bremen tagen. Unter der Leitung von Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) legen dann die Minister der Staaten das Budget für die nächsten Jahre fest und mit ihnen „Missionen“, die mit dem Geld vorangebracht werden sollen. Fünf große Programmlinien beraten die Nationalstaaten derzeit – und wie viel sie bereit sind zu geben.Eine Mondmission mag in den vergangenen Jahren als Spielerei gegolten haben. Doch der neue Raumfahrtboom ist mehr als Symbolpolitik. In einer Welt, die zunehmend von geopolitischen Spannungen, digitalen Angriffen und Wetterextremen geprägt ist, gewinnt das All neue strategische Bedeutung. Es geht um Satelliten zur Erdbeobachtung, um Kommunikation in der Krise – und um militärische Kontrolle. Wie ernst es Deutschland meint, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Und auf all die Milliarden, die nun ins All fließen könnten.






