Eine Gruppenbiografie der 264 beim Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg (1945/46) zugelassenen Strafverteidiger, von denen 61 Prozent NSDAP-Mitglieder gewesen waren, war bis vor zehn Jahren ein Vakat. Erst die monumentale Studie von Hubert Seliger, „Politische Anwälte. Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse“ (Nomos, 2016), gewährte eine genauere Vorstellung. Hinzugekommen ist jetzt die Studie von Dirk Stolper über Robert Servatius, Anwalt bei den Nürnberger Prozessen und Verteidiger von Adolf Eichmann. Die Arbeit verfährt dabei anhand dreier Kriterien: Biografie, Verteidigungsstrategien und öffentliche Rezeption.