PfadnavigationHomePolitikAuslandHandschlag im Weißen HausFriedensabkommen zwischen Aserbaidschan und Armenien – USA sichern sich Transitkorridor-RechteVeröffentlicht am 11.08.2025Lesedauer: 3 MinutenArmeniens Ministerpräsident Paschinjan (r.) und Aserbaidschans Präsident Aliyev (l.) unterzeichneten ein FriedensabkommenQuelle: Mark Schiefelbein/AP/dpaUnter der Vermittlung der USA haben Aserbaidschan und Armenien nach Jahrzehnten des Konflikts ein Friedensabkommen geschlossen. Die Einigung gewährt den USA exklusive Rechte an einem Transitkorridor im Südkaukasus – ein Erfolg für Trump, der das Projekt nach sich selbst benennt.Aserbaidschan und Armenien haben am Freitag unter Vermittlung der USA ein Friedensabkommen unterzeichnet, das die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern nach Jahrzehnten des Konflikts stärken soll. Bei einer Zeremonie im Weißen Haus sagte US-Präsident Donald Trump an der Seite des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew und des armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan, die beiden verfeindeten Staaten hätten sich verpflichtet, die Kämpfe einzustellen, diplomatische Beziehungen aufzunehmen und die territoriale Integrität des jeweils anderen zu respektieren. Alijew und Paschinjan würdigten Trumps Rolle und kündigten an, ihn für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen.Das Abkommen sichert den USA exklusive Rechte für einen strategischen Transitkorridor durch den Südkaukasus. Dieser soll nach US-Angaben den Export von Energie und anderen Rohstoffen erleichtern. Die USA hätten zudem mit beiden Ländern separate Vereinbarungen zur Ausweitung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Handel und Technologie unterzeichnet, sagte Trump. Beschränkungen für die Verteidigungszusammenarbeit zwischen den USA und Aserbaidschan seien aufgehoben worden.Das Projekt wird nach Donald Trump selbst benannt. Durch die „Trump Route for International Peace and Prosperity“ (TRIPP) soll Aserbaidschan ungehindert Zugang zu seiner autonomen Exklave Nachitschewan erhalten. Erste konkrete Verhandlungen sollen Mitte kommender Woche beginnen, wie es zuvor von ranghohen US-Regierungsbeamten hieß. Trump erklärte nun, Armenien gehe eine „exklusive Partnerschaft“ mit den USA ein, um den Korridor zu bauen. US-unternehmen seien „sehr interessiert“, in der Region viel Geld zu investieren. Die Exklave Nachitschewan ist vom Kernland Aserbaidschans abgeschnitten – sie ist von Armenien, dem Iran und der Türkei umgeben. Obwohl die neue Handelsroute durch Armenien führt, sollen die Souveränität und territoriale Integrität des Landes gewahrt bleiben. Das Projekt sei wirtschaftlich ausgerichtet und solle die Region Südkaukasus bei den Themen Handel, Transit und Energietransport stärken, sagten die US-Regierungsbeamten. Sollte das Abkommen Bestand haben, wäre das ein Erfolg für die Trump-Regierung und würde Russland, das die Region als Teil seiner Einflusssphäre betrachtet, verärgern.Die beiden Südkaukasus-Republiken standen sich seit den späten 1980er-Jahren feindlich gegenüber. Damals spaltete sich die mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Bergregion Berg-Karabach mit Unterstützung Armeniens von Aserbaidschan ab. Im Jahr 2023 brachte Aserbaidschan die Region wieder vollständig unter seine Kontrolle, woraufhin fast alle der 100.000 ethnischen Armenier nach Armenien flohen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) begrüßte die Verpflichtung Armeniens und Aserbaidschans zu einem dauerhaften Frieden. „Armenien und Aserbaidschan schlagen heute ein neues Kapitel in ihrer Geschichte auf“, hieß es in einer Erklärung des Ministers am späten Freitagabend. Dass beide Staaten in Washington auf Initiative von US-Präsident Donald Trump „einen Friedensvertrag paraphiert haben, ist Hoffnung für viele Menschen in Armenien und Aserbaidschan, die auf eine lange Vergangenheit von Konflikt, Vertreibungen und Leid blicken“, erklärte er.AFP/Reuters/dpa/jho