PfadnavigationHomeICONISTTrendsArtikeltyp:MeinungKampagnenbilder-VerbotFolgt auf „Body-Positivity“ jetzt Dünn-Shaming?Veröffentlicht am 12.08.2025Lesedauer: 3 MinutenZwei Motive in einer Mode-Kampagne werden von der britischen Werbeaufsicht gerügt: Die Models ‚wirkten zu dünn‘. Unter anderem, weil sie unvorteilhaft frisiert seien. Es ist der neue, verzweifelte Versuch einer gescheiterten „Body-Positivity“-Bewegung, dünne Menschen zu pathologisieren.Kann ein glatt gezogener Dutt dafür sorgen, dass ein dünner Mensch zu dünn aussieht? Mit dieser grotesken Frage muss sich die Modemarke Zara gerade herumschlagen. Die britische Werbeaufsichtsbehörde Advertising Standards Authority (ASA) hat zwei Motive einer neuen Kampagne als „verantwortungslos“ eingestuft und deren weitere Veröffentlichung untersagt, weil die abgebildeten Models „ungesund dünn“ wirkten. Wirkten wohlgemerkt. Nicht waren.Aus medizinischer Sicht sind die Models nicht untergewichtig – Zara hatte wie üblich ärztliche Atteste vorliegen, die ihren gesundheitlichen Zustand bescheinigen. Um den Körper selbst nicht anzugreifen, sucht man sich nun einen Umweg über Licht, Pose und Styling. In einem Fall soll ein straff zurückgebundener Dutt das Gesicht „hager“ erscheinen lassen, im anderen betone die Pose die Schlüsselbeine zu stark. Der Effekt ist trotzdem der gleiche: Der schlanke Körper wird diskreditiert. Den Models könnte das in Zukunft ihre Aufträge kosten. Es sei denn, sie stopfen sich jetzt allabendlich mit Fast Food und Frustkalorien voll, um gegen ihr natürliches Körpergefühl anzuessen und so einer Norm zu entsprechen, die die sogenannte „Body-Positivity“-Bewegung doch eigentlich loswerden wollte. Vielfalt, Akzeptanz, Toleranz – das waren die Parolen. Gemeint war etwas anderes: ein ideologisches Umerziehungsprojekt, das Gesundheit und Disziplin systematisch verurteilte und ungesunde Körper glorifizierte.Lesen Sie auchDer schlanke Körper, Symbol für Maß und Selbstkontrolle, wurde nicht mehr geduldet, sondern als strukturelles Problem umgedeutet. Schlank war nicht mehr schön, sondern verdächtig. Wer auf sich selbst achtete, galt als Kollaborateur eines veralteten Systems.Inzwischen haben Marken und Konsumenten zunehmend genug vom schwer atmenden Erziehungston dieser Fat-Aktivisten. Die Popkultur sucht sich neue Symbole: nicht mehr die überforderte Woke-Ikone mit Kapitalismuskritik auf dem Shirt, sondern schöne, starke und erfolgreiche Frauen wie Sydney Sweeney.Der Versuch, dünne Menschen zu pathologisierenWas bleibt, ist ein vergiftetes Klima, das sich in Institutionen wie der ASA noch einmal bis ins Absurde verdichtet. Man stelle sich vor, es wäre andersherum gewesen – und die Aufsichtsbehörde hätte Zara dafür angeprangert, dass die wallende Lockenmähne eines übergewichtigen Models „noch zusätzlich aufträgt“. Die Empörung hätte Social Media kollabieren lassen. Aber solange schlanke Menschen beschämt werden, bleibt der Protest aus.Dabei bedeutet Dünnsein genauso Vorurteilen ausgesetzt zu sein, wie Dicke es oft sind – dann mit Magersuchtsunterstellungen, besorgten Nachfragen, ob es einem auch wirklich gut gehe – auch von Menschen, die wissen, dass es einem blendend geht. Nicht selten führt schon ein sichtbarer Gewichtsverlust dazu, dass sich soziale (weibliche) Kontakte verabschieden. Wie tief die Abneigung gegen schlanke Körper reicht, zeigt sich an den sogenannten „Diversity-Aktivisten“, die jetzt versuchen dünne Menschen zu pathologisieren. Es zeigt auch, dass die „Body-Positivity“-Bewegung nie Befreiung war, sondern ein Feigenblatt für Neid, Missgunst und die Unfähigkeit, mit Maß umzugehen. Der neue Hass, der sich jetzt auf gesunde, schlanke Körper entlädt, macht das auf verstörende Weise deutlich. Man hört diesen Leuten zwar kaum noch zu. Aber das mit der Frisur war dann doch zu lustig.
„Body-Positivity“: Folgt jetzt Dünn-Shaming? - WELT
Zwei Motive in einer Mode-Kampagne werden von der britischen Werbeaufsicht gerügt: Die Models ‚wirkten zu dünn‘. Unter anderem, weil sie unvorteilhaft frisiert seien. Es ist der neue, verzweifelte Versuch einer gescheiterten „Body-Positivity“-Bewegung, dünne Menschen zu pathologisieren.






