BMW hat seiner Zukunft einen Namen gegeben: „Neue Klasse“ nennen sich die E-Modelle des Konzerns, die in diesem Herbst auf der IAA debütieren. Also alles wie 1961, als BMW schon einmal mit „Neue Klasse“-Dynamikern aus einem Formtief fuhr?SP-X/Köln. Zurück auf Los, heißt es für BMW im Monopoly der Premiumhersteller. Die Münchner resetten im Herbst ihre Mittelklasse und machen trotz neuer Elektroarchitektur für den iX3 SUV und den nächsten 3er vieles wie im September 1961. Damals, als sie auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt mit der „Neuen Klasse“ das bisher wichtigste Modell ihrer Firmengeschichte vorstellten und so zur sportlichen Messlatte für Premiumplayer avancierten.

Die Wartezeit lag bei mindestens einer halben Stunde: So lange musste Schlange stehen, wer den Publikumsliebling der weltgrößten Autoschau in nächster Nähe erleben wollte, den BMW 1500. Diese Vierzylinder-Limousine stahl sogar dem gleich nebenan gezeigten V8-Coupé BMW 3200 CS die Show, denn der neue Viertürer war ein Auto, wie es noch keins gab. Strahlte der Neue-Klasse-Typ 1500 doch eine frische Dynamik aus, wie sie speziell die Freiberufler der Wirtschaftswunderjahre als Erfolgsausweis schätzten. Der von Starcouturier Giovanni Michelotti und BMW-Chefdesigner Wilhelm Hofmeister in Form gebrachte Viertürer präsentierte das neue Gesicht der Marke: Mit prägnanten Scheinwerfern, Niere in der Frontmitte sowie Horizontaleffekt der Kühlermaske, hinzu kam der „Hofmeister-Knick“, jener markante Übergang von der C-Säule zum Wagenkörper. Dazu unter der Haube ein modernes Triebwerk mit dem Potential für frühe Einspritzer und Vierventil-Technik. Eine Sportlichkeit, die der BMW 1500 weitergab: Am Ende umfasste die „Neue-Klasse-Familie“ Zweitürer (1600-2002 Turbo), Viertürer, Coupés, Cabrios und Sportkombi Touring – auf die dann die ersten BMW 5er und 3er folgten.