Bei Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen Lega und Verkehrsminister in Italien, muss es immer ganz groß sein. Was er an diesem Mittwoch als letzte größere Amtshandlung vor der politischen Sommerpause in Rom verkündete, hält er für historisch. Schon die alten Römer hatten die Idee dazu, daran erinnert er gerne. Die ersten Pläne der Neuzeit stammen von 1969. Der Bauunternehmer Silvio Berlusconi als Premierminister hatte bereits Milliarden Euro ausgegeben und war gescheitert. Aber der Koalitionsregierung unter Giorgia Meloni soll es nun gelingen: der Bau einer Brücke vom italienischen Festland nach Sizilien, die erste Landverbindung auf die traditionsreiche Insel. Und natürlich ist das vor allem dem Verkehrsminister zu verdanken, für den diese Brücke das Prestigeprojekt überhaupt ist, nach seinen Worten „das größte öffentliche Projekt im Westen, das je geplant wurde“.

Einige Milliarden dürften noch hinzukommen

Wofür ein interministerieller Ausschuss unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Mittwoch grünes Licht gab und was Salvini dann stolz der Presse präsentierte, wird nach heutigem Stand mehr als 13,5 Milliarden Euro kosten. Erfahrungsgemäß werden noch etliche Milliarden dazukommen, und es wäre auch überraschend, wenn der jetzt angepeilte Termin eingehalten werden kann, wonach 2032/33 die ersten Autos und Züge über den Stretto di Messina rollen werden. Geplant sind vier Fahrspuren und eine zweigleisige Eisenbahntrasse. Als Mautgebühr stellt sich Salvini in heutiger Rechnung einen Betrag von unter zehn Euro vor mit Ermäßigungen für Vielfahrer. Damit soll der Übergang zwischen Festland und Insel in der Summe wesentlich einfacher und günstiger sein, als das derzeit mit den Fährschiffen gewährleistet ist.