Schwarzarbeit ist der hässliche Schatten des Sozialstaats. Alle Beteiligten wollen diese Dunkelgestalt loswerden, doch man kann sie nicht abschütteln. Zu verlockend ist es sowohl für Auftraggeber als auch für Schwarzarbeitende selbst, einen Gewinn zu erzielen, indem man der Gemeinschaft Sozialabgaben und Steuern vorenthält. Deshalb zählt es seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire der jeweiligen Finanzminister, ein schärferes Vorgehen gegen Schwarzarbeit anzukündigen. Sie findet trotzdem statt, mutmaßlich in einem Umfang von Hunderten Milliarden Euro jedes Jahr.

Das ist allerdings kein Grund, dem Treiben tatenlos zuzusehen. Man wird Schwarzarbeit wohl niemals abschaffen können, eindämmen allerdings schon. Es ist richtig und überfällig, dass Finanzminister Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas (beide SPD) nun mit ihren Gesetzesplänen einen einfacheren und digitalen Datenaustausch zwischen Zoll, Finanzämtern und anderen Behörden ermöglichen wollen. Man vermag organisierter Schwarzarbeit nicht mit Formularen und langwierigen Anfragen für Amtshilfe beizukommen. Die Digitalisierung kann die Kontrolleure wieder auf Augenhöhe bringen zu den oft sehr geschickt agierenden Betrugsnetzwerken.