PfadnavigationHomeRegionalesHamburgChristina BlockTrennung von Strafverteidiger – „Festgestellt, dass unsere beiden Welten sehr unterschiedlich sind“Von Denis FenglerRedakteur WELT/WELT AM SONNTAG HamburgVeröffentlicht am 06.08.2025Lesedauer: 2 MinutenChristina Block (l) und ihr verbleibender Strafverteidiger Ingo Bott (r). Anwalt Otmar Kury (m) gehört nicht mehr zum VerteidigerteamQuelle: Marcus Brandt/dpaDie angeklagte Unternehmerin Christina Block hat sich mitten im Prozess von ihrem Strafverteidiger getrennt. Nun äußert sie sich erstmals zu den Beweggründen. Erst vor Kurzem war ein neuer Verteidiger aus Düsseldorf ins Team gekommen.Die Hamburger Unternehmerin Christina Block hat sich gegenüber WELT erstmals zur Trennung von ihrem Strafverteidiger Otmar Kury geäußert. Die Trennung platzt mitten in das laufende Verfahren, in dem sich die 52-Jährige und andere wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder verantworten muss. „Ich danke Herrn Rechtsanwalt Kury für seinen großen Einsatz“, erklärte Christina Block in einer Mitteilung. „Seit einiger Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass unsere beiden Welten sehr unterschiedlich sind. Mir ist daran gelegen, als der Mensch gesehen und gehört zu werden, der ich tatsächlich bin.“ Die „fachkundige und hochprofessionelle Kompetenz von Herrn Kury“ stelle sie dabei nicht infrage.Lesen Sie auchNeben Kury wurde Block auch vom Düsseldorfer Strafverteidiger Ingo Bott vertreten. Dieser bleibt an der Seite von Block. Bott erklärte: „Heute Morgen, 06.08.2025, hat mich die Vorsitzende Richterin der Großen Strafkammer 32 des Landgerichts Hamburg gefragt, ob ich bereit sei, von meiner Stellung als Wahlverteidiger in die Verfahrens-sichernde Position des Pflichtverteidigers von Frau Block zu wechseln. Ich habe der Anfrage des Gerichts zugestimmt. Damit kann das Strafverfahren gegen Frau Block regulär fortgesetzt werden.“Bott erklärte zudem, er „bedaure das Ende der Zusammenarbeit mit Herrn Rechtsanwalt Kury, den ich als Kollegen schätze“. Die Verteidigung von Christina Block werde sich „fortan wieder vollständig auf die Vernehmung der Mandantin“ durch die Kammer am 15. August konzentrieren.Lesen Sie auchDie Trennung war am Dienstagabend bekannt geworden. In Medienberichten hieß es, es habe Unstimmigkeiten zwischen beiden Strafverteidigern gegeben. Dies soll nach Informationen von WELT allerdings nicht der Fall sein. Kury hatte Christina Block bereits seit mehreren Jahren in dem anhaltenden Sorgerechtsstreit mit deren Ex-Ehemann Stephan Hensel vertreten und beraten. Ingo Bott war erst kurz vor dem Prozessauftakt in das Verteidigerteam von Block eingerückt.Der Prozess gegen Block läuft seit dem 11. Juli. In einer mehrstündigen Aussage am 25. Juli bestritt sie die gegen sie gerichteten Vorwürfe: „Ich habe die Entführung an Silvester nicht in Auftrag gegeben.“ Sie habe davon auch nichts gewusst, sagte sie vor Gericht. Am 15. August soll der Prozess fortgesetzt werden.