Der Kurswechsel hatte sich bereits in der vergangenen Woche angedeutet, jetzt ist es offiziell. Der Vorstand um Bert Habets und der Aufsichtsrat von Pro Sieben Sat 1 empfiehlt den Aktionären, ihre Aktien an die Berlusconi-Firma Media for Europe (MFE) zu verkaufen und das nachgebesserte Angebot anzunehmen. Man halte das geänderte Angebot von MFE für „angemessen“. Damit hat das deutsche Fernsehunternehmen seinen Widerstand gegen die Italiener aufgegeben.
Im Mai hatte die Konzernspitze noch massive Vorbehalte gehabt und das MFE-Angebot als „finanziell unangemessen“ bezeichnet. Nun heißt es im neuen Statement: „Pro Sieben Sat 1 begrüßt das geänderte Angebot von MFE, welches das langfristig angelegte Investment und Engagement von MFE in Pro Sieben Sat 1 unterstreicht.“ Vor gut einer Woche hatte MFE sein Angebot deutlich erhöht und damit seine Position im Bieterkampf um Pro Sieben Sat 1 gestärkt. Auch der tschechische Finanzinvestor PPF wollte seinen Anteil von derzeit 15 Prozent erhöhen, hatte seine laufende Offerte aber nicht mehr nachgebessert.
Fernsehen
Sind die Italiener bei Pro Sieben Sat 1 schon am Ziel?
Schon seit Jahren hat die Berlusconi-Firma Media for Europe großes Interesse am deutschen Privatfernsehen. Jetzt wird es langsam ernst, eine Übernahme steht im Raum. Wie ist der Stand, wer positioniert sich wie, und was sagt die Politik?










