Persönlich schlagen wir jeden Tag drei Kreuze, dass wir niemals so leichtsinnig waren, uns in einen Schauspieler zu verlieben. Man stelle sich die öffentliche Demütigung nur mal vor: Filmpremiere an seinem Arm, geliehener Glitzerfummel, Red Carpet, Blitzlicht, ölige Fragen der People-Reporter − dabei hat das Schwein, wie alle auf ihren Social-Media-Kanälen seit Wochen durchhecheln, immer noch die schmutzige Affäre mit der Hauptdarstellerin am Laufen. Dass der männliche und der weibliche Star bis zur Raserei ineinander verschossen sind, zumindest für die Dauer der Promotion, ist im Filmbusiness die lukrativste aller Gewissheiten, rare Ausnahmen werden in Produzentenkreisen nur fluchend akzeptiert („Titanic“ muss diesbezüglich als größter Flop der Filmgeschichte gelten).
Die hochkarätigsten Liebespaare in der Geschichte des Planeten haben bekanntermaßen bei Dreharbeiten zueinandergefunden: Humphrey Bogart und Lauren Bacall 1944 am Set von „To Have and Have Not“, Tom Cruise und Nicole Kidman 1989 am Set von „Tage des Donners“, Brad Pitt und Angelina Jolie 2004 am Set von „Mr. & Mrs. Smith“, Thore Schülermann und Jana Kilka 2010 am Set von „Verbotene Liebe“, die Liste ließe sich bis in alle Ewigkeit ergänzen. Weshalb wir immer skeptisch sind, wenn Schauspieler behaupten, sie träfen ausschließlich zusammen, um unter widrigen Bedingungen (muffige Trailer, unbequeme Klappstühle, fettige Farfalle mit Käsesoße) große Kunst herzustellen.













