Der große Wurf sollte kommen, die Befreiung der Stadt von den Sorgen mit ihrer Kinderbetreuung. Das Land Bayern würde endlich mehr Geld zahlen, so die Hoffnung in der Münchner Politik. Doch was bisher bei der geplanten Gesetzesänderung für die Förderung der Kinderbetreuung aus dem bayerischen Sozialministerium herausgeflogen kam, das löst im Rathaus nur Enttäuschung, Ratlosigkeit und Entsetzen aus. Die Finanzierung der Kinderbetreuung in der Stadt könnte auf Dauer gefährdet sein.

Für die Eltern soll sich zumindest vorerst aber nichts ändern. Der Besuch des Kindergartens in städtischen und allen anderen Einrichtungen, die am kommunalen Zuschusssystem teilnehmen, bleibt gratis. Für entsprechende Krippen und Horte gelten weiter die bisher günstigen Preise. Die Mehrheitsfraktionen im Rathaus kündigten in ihren Reaktionen auf die Entscheidung der Landesregierung keine Anhebung der Gebühren an. SPD und Grüne wollen beim jetzigen Gebühren-System bleiben, doch wie und ob sie das künftig bezahlen können, bleibt vorerst offen.

Allein in diesem Jahr gibt München 220 Millionen Euro für die Kinderbetreuung aus

Denn München gibt für die Kinderbetreuungs-Zuschüsse allein in diesem Jahr etwa 220 Millionen Euro aus. Damit gleicht die Stadt die Defizite in den Kitas privater Träger aus, die nach den Zuschüssen des Freistaats und der Beiträge der Eltern bleiben. Im kommenden Jahr sind sogar 226 Millionen Euro dafür eingeplant. Davon werden aktuell 592 Einrichtungen bezuschusst. Diese müssen sich im Gegenzug an die Qualitätskriterien und die Gebühren kommunaler Kitas binden.