Fast 71 Jahre dauerte es, bis ein US-Präsident Worte des Mitgefühls fand. Es war im Friedenspark von Hiroshima, jener Stadt also, auf die eine amerikanische B-29 Superfortress am 6. August 1945 die erste Atombombe abgeworfen hatte, in der Barack Obama am 27. Mai 2016 davon sprach, „die Toten zu betrauern, darunter 100 000 japanische Männer, Frauen und Kinder“. Das klang weitaus einfühlsamer als die Worte seiner Vorgänger Ronald Reagan und George H. W. Bush, die in ihrer Amtszeit nur betont hatten, die Bombe habe „Millionen amerikanischer Leben“ gerettet. Auch Präsident Harry S. Truman, der Ende Juli 1945 den Befehl zum Abwurf der Bombe erteilt hatte, sagte später, er empfinde keine Reue, der Einsatz sei gerechtfertigt gewesen.
Hiroshima: Der Atombombenabwurf und seine Folgen
Das Atombombeninferno von Hiroshima am 6. August 1945 zwang die Japaner zur Kapitulation, so lautet die gängige Erzählung. Der britische Weltkriegsforscher Richard Overy sagt: Das stimmt so nicht.











