Eine schwarze Katze quert den Weg, ein Spiegel zerbricht und obendrein ist Freitag, der 13. Drei schlechte Omen auf einmal, wie also reagieren? Auf Holz klopfen, bei der nächsten Sternschnuppe wünschen, dass alles wieder gut wird, oder doch den Glücksbringer in der Hosentasche fest mit den Fingern umschließen?
Kleine Auslöser und Rituale alltäglichen Aberglaubens scheinen noch immer weit verbreitet zu sein, auch in Gesellschaften, die sich für weltlich-aufgeklärt und progressiv halten. Das wirft die Frage auf, welche psychischen Bedürfnisse Alltagsaberglaube befriedigt: Welche psychischen Dispositionen und sozio-demografischen Merkmale gehen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einher, an übergeordnete Kräfte zu glauben, die vermeintlichen Einfluss auf die eigene Existenz ausüben?
Diese Frage werfen Psychologen um Avner Caspi von der Open University of Israel in einer Studie auf, die sie gerade im Personality and Social Psychology Bulletin publiziert haben. Die kurze Antwort darauf lautet, dass vor allem zwei Faktoren damit in Zusammenhang stehen, wie weit Menschen sich auf Aberglauben einlassen: Zum einen, ob sie einen analytischen oder eher intuitiven Denkstil pflegen, wobei Letzteres mit einer Nähe zu Hokuspokus einhergeht. Und zum anderen, wie stark ausgeprägt die individuelle Toleranz gegenüber Ungewissheit ausfällt. Wer ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Kontrolle und Gewissheit in sich trägt und schwer mit Unsicherheit zurechtkommt, klopft demnach eher mal auf Holz, um sich zu beruhigen und gefühlten Einfluss auf Situationen zu nehmen (oder ergeht sich in anderen Formen des Aberglaubens).






