Wie es um das Teamwork im heutigen Sauber- und künftigen Audi-Werksrennstall in der Formel 1 steht, lässt sich an einer Tür in der Chefetage der Rennfabrik ablesen. Sie verbindet in Hinwil in der Schweiz die Büros von Mattia Binotto und Jonathan Wheatley – und damit der beiden Alphatiere. Binotto ist seit vergangenem Herbst der CEO des Projekts, Wheatley seit dem 1. April Teamchef. „Die Tür“, sagt Wheatley, „ist häufiger offen als geschlossen. Häufig lehnt einer von uns im Türrahmen und spielt dem anderen eine Idee zu.“
Eine Zustandsbeschreibung, die hoffen lässt. Es wäre wohl nicht gut fürs Betriebsklima, wenn zwei der erfahrensten Formel-1-Manager, die über Jahrzehnte Konkurrenten waren, weiter die alten Rivalitäten pflegen würden. Weshalb es auf eine klare Arbeitsteilung ankommt. „Er kümmert sich darum, die Rennfabrik in Hinwil und die Motorenfabrik in Neuburg zu koordinieren, ich mich um alles, was das Auto, das Team und die Rennen betrifft“, sagt Wheatley und gibt zu: „Manchmal ziehen wir uns gegenseitig auf, wer von uns beiden schon mehr Titel gewonnen hat.“ Der Brite, der von Red Bull Racing kommt, ist mit zehn Gesamtsiegen bei den Fahrern und acht in der Konstrukteurswertung dem ehemaligen Ferrari-Mann Binotto mit acht respektive sechs Titeln überlegen. Zwei, die sich immer noch etwas beweisen wollen, machen mit ihrer Champion-Mentalität nun also gemeinsame Sache.






