Schutzbedürftige Vögel

Für Amseln sind Nester ein Zuhause – für Katzen ein Büffet.

(Foto: Stefan Puchner)

Naturschützer warnen davor, dass Tiere in zu aufgeräumten Gärten keine Verstecke und nichts mehr für den Nestbau finden, und so haben wir – selbstverständlich aus rein altruistischen Erwägungen heraus – beschlossen, nicht jeden Halm auf Englischer-Rasen-Länge zu trimmen und die Büsche auch mal wachsen zu lassen. Und speziell die Vögel danken es, seither halten sich Amseln, Spechte, Meisen und Rotkehlchen gerne bei uns auf. So gerne, dass in einem Jahr gleich drei Pärchen ihr Nest hier bauten: eins im Gebüsch, eins im Vogelfutter-Häuschen und eins irgendwo im Regal mit Gartengeräten. Nachdem wir das letzte dadurch bemerkt hatten, dass uns Mama oder Papa Amsel aufgescheucht entgegenflog, machten wir einen Bogen um die drei Orte.

Und tatsächlich: Nach einiger Zeit hörten wir Vogel-Piepen. Ein Happy End? Mitnichten. Als wir eines Abends nach Hause kamen, lag das Häuschen-Nest kaputt im Garten, und wenig später ereilte das Regal-Nest das gleiche Schicksal. Die Katze. Das dritte versuchten wir zu verteidigen, scheuchten die Katze aus dem Garten, sobald sie kam, aber so ein Tier kann ausdauernd sein. Ein Nachmittag unserer Abwesenheit genügte. Inzwischen begnügen sich die Vögel damit, bei uns im Garten zu spielen – nisten tun sie lieber woanders. imei