Dresden (dpa/sn) - Der sächsische Flüchtlingsrat ist in Sorge um einen kurdischen Aktivisten und Schriftsteller. Der Mann sitze in Dresden in Abschiebehaft und befinde sich seit 41 Tagen im Hungerstreik, teilte der Flüchtlingsrat mit.
Nach Angaben der Linke-Abgeordneten Juliane Nagel habe er stark abgenommen, seine Organe schmerzten. „Die Inhaftierung ist angesichts seines Zustandes höchst zweifelhaft“, sagte sie nach einem Besuch. Das Innenministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall.
Laut Flüchtlingsrat hatte sich der Mann in den vergangenen sechs Jahren ein stabiles Leben mit einem festen Job in Deutschland aufgebaut. Ohne Vorankündigung sei er festgenommen worden. Er solle in die Türkei abgeschoben werden, wo ihn aber eine erneute Inhaftierung erwarte. „Unter den Bedingungen der Abschiebehaft wurde aus einem starken Menschen, der sein Leben von Grund auf wieder aufgebaut hatte, ein Mensch in akuter suizidaler Krise“, kritisierte der Flüchtlingsrat.
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