Der bayerische Landtag bebt. Nicht metaphorisch, wie es Beobachter politischer Debatten gerne verkünden, sondern ganz wörtlich. Dumpfes Bohren lässt den Mosaikboden des Maximilianeums wackeln, im Innenhof fliegen Sägespäne, der Putz des Prunkbaus fehlt an einzelnen Stellen. Es ist Sommerpause im Landtag, und das nutzt die für Bauangelegenheiten zuständige Abteilung im Landtagsamt, um die Sanierung des Landtagsgebäudes voranzutreiben. Dazu gehört das größte Bauprojekt am Gebäude seit dessen Errichtung im 19. Jahrhundert: die Sanierung der Katakomben.
Arbeiter legten dafür jetzt Säulen offen, die die Auffahrt zur Isarseite des Landtags stützen. „Sie sehen etwas, das seit 150 Jahren niemand gesehen hat, und was wohl nie wieder zu sehen sein wird“, sagt Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Sie steht auf einer kleinen Plattform vor vier dieser „Kavernen“, wie die künstlich geschaffenen unterirdischen Hohlräume heißen.
Die Präsidentin des Parlaments hat es sich nicht nehmen lassen, zu diesem Anlass auf einem Baustellenrundgang das Fundament ihrer Wirkungsstätte zur Schau zu stellen. Wie viele Ziegelsteine es sind, die auf Befehl von König Maximilian II. einst hier unten zu Kavernen verbaut wurden, das habe noch keiner gezählt. Die Statik halte jedenfalls, nur vereinzelt müssen Arbeiter Beton eingießen, damit alles sicher steht und lange hält. „Beeindruckend, wie gut schon vor 150 Jahren gebaut wurde“, sagt Aigner.








