Wenn Ulrich Grasberger den Begriff „Wertstoffinsel“ nur hört, bekommt er schon eine kleine Krise. „Insel“, sagt er, „das klingt immer wie Urlaub.“ Dabei bedeuten die Sammelstellen für Plastik-, Metall- und Glasmüll oft Stress für die Anwohner. Gerade wenn leere Flaschen in die Container geworfen werden, scheppert und klirrt es, mitunter bis nach Mitternacht, wie leidgeprüfte Vorstandsmitglieder des von Grasberger geleiteten Vereins „Müllwende“ berichten. An erholsamen Schlaf sei da kaum zu denken.
Weg mit den Wertstoffinseln, fordern Grasberger und seine Mitstreiter daher. Zumindest sollen die Container raus aus Wohngebieten und runter von Grünflächen. Dafür bereiten sie gerade ein neues Bürgerbegehren vor; mit ihrer ersten Initiative zur gelben Tonne hatten sie ja Erfolg, ohne dass sie eine Abstimmung gebraucht hätten: Im Mai beschloss der Münchner Stadtrat mit großer Mehrheit, von 2027 an flächendeckend gelbe Tonnen in den Häusern einzuführen; damit soll dann vor allem Verpackungsmüll für die Wiederverwertung eingesammelt werden. Bislang hätte der von den Münchnerinnen und Münchnern zur Wertstoffinsel gebracht werden müssen, wanderte aus Bequemlichkeit aber meistens in den Restmüll, wo er dann einfach verbrannt wurde.






