Die Gelassenheit von Oliver Zipse hätten andere gerade wohl auch gern. Der BMW-Chef jedenfalls klingt am Donnerstag längst nicht so angespannt, ja alarmiert wie seine Manager-Kollegen von Mercedes, Porsche oder Audi in den vergangenen Tagen. „Ich glaube, diese ganze Zoll-Debatte wird völlig überhöht“, sagt Zipse also, „auch was die Auswirkungen angeht, die sie auf die Industrie haben.“ Das hört sich bei den anderen zum Teil ganz anders an.
Nun ist es nicht so, dass BMW Rekorde zu melden hätte. Auch das Geschäft der Münchner leidet unter den Verwerfungen im Welthandel: Unsicherheit, Zölle, neue Regularien. Unvorhersehbarkeit sei zwar schon immer ein Merkmal der Automobilindustrie gewesen, sagt Zipse, heute aber sei sie „die Norm“. Und diese Unsicherheiten bekommen auch er und seine Leute zu spüren: Zwar lieferte BMW im ersten Halbjahr fast genauso viele Autos aus wie im Vorjahreszeitraum, gut 1,2 Millionen. Trotzdem machte der Konzern rund acht Prozent weniger Umsatz – und mit gut vier Milliarden Euro fast 30 Prozent weniger Gewinn. In normalen Zeiten wäre das ein Alarmsignal.
Dass die Zeiten für die Autohersteller alles andere als normal sind, deutet aber schon ein Blick an die Börse an: Dort zeigt sich die BMW-Aktie bis Donnerstagmittag praktisch unverändert, seit Jahresbeginn hat sie sogar gut 7,5 Prozent zugelegt. Der Grund dafür scheint ziemlich einfach: BMW geht es vielleicht nicht blendend, aber immer noch deutlich besser als der deutschen Premium-Konkurrenz. Mercedes, Audi, Porsche – sie alle hatten in den vergangenen Tagen noch deutlich höhere Gewinneinbrüche gemeldet. Prosche etwa büßte binnen Jahresfrist fast drei Viertel seiner Profite ein.












