Wie schlimm es um die Justiz steht, hat der Deutsche Richterbund in den vergangenen Monaten immer wieder mit eindrucksvollen Zahlen deutlich gemacht: Bundesweit würden mehr als 2000 Staatsanwälte und Strafrichter fehlen. Hinzu kämen Tausende fehlende Mitarbeiter in den Geschäftsstellen der Gerichte und Staatsanwaltschaften. Fast eine Million unerledigte Fälle würden sich deshalb inzwischen bei den Ermittlungsbehörden stapeln. Gerichtsverfahren dauerten immer länger. „Nur noch etwa jedes 15. Strafverfahren in Deutschland hat zuletzt zu einer Anklage geführt“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Richterbundes, Sven Rebehn. Die Strafjustiz sei „zum Flaschenhals bei der Kriminalitätsbekämpfung geworden“.