Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) hat derzeit eine interessante Aufgabe: Sie muss versuchen, relativ drastische Einschnitte in ihrem Haushalt so zu organisieren, dass die kulturelle Infrastruktur der Stadt möglichst nicht allzu stark beschädigt wird. Gleichzeitig arbeitet sie an dem nicht ganz unkomplizierten Kunststück, die Sparmaßnahmen irgendwie als kulturpolitischen Erfolg oder zumindest als Abwehr noch schmerzhafterer Schritte darzustellen. Bisher gelingt ihr dieser Balanceakt vor allem dank des Kontrasts zu ihrem planlosen Amtsvorgänger Joe Chialo (CDU) erstaunlich gut. Aus den geplagten Kultureinrichtungen ist höchstens leises Grummeln zu hören. Noch zehrt die vor zwei Monaten ins Amt berufene Senatorin von der Erleichterung der Kulturszene, dass nach dem überforderten Selbstdarsteller Chialo mit ihr zumindest wieder ein Kulturbetriebsprofi die Kulturverwaltung leitet.