„In der vierten Klasse kam eine Sechs nach der anderen“, sagt Julian Fiegl. Dann hatte er keine Lust mehr, es sei deprimierend, immer die schlechteste Note zu schreiben. Fiegl ist inzwischen 17 Jahre alt. Er hat mittlerweile, nach sechs weiteren Schuljahren, seinen Abschluss an der Eichendorffschule Erlangen geschafft. Wie Fiegl haben in diesem Sommer etwa 59 000 bayerische Mittelschüler ihre Abschlussprüfungen geschrieben. Während für die meisten Schüler an diesem Freitag die Sommerferien beginnen, öffnet sich für die Mittelschüler ein neuer Lebensabschnitt. Oft nach einer Schulzeit, die nicht immer geradlinig verlief.

„Zum Teil haben sie schon in der Vierten aufgegeben“, sagt der Erlanger Schulleiter Helmut Klemm. Mit „sie“ meint er die Fünftklässler, die in den Klassen seiner Eichendorffschule sitzen. Eine Schule wie jede andere auch, als zweckmäßig könnte man sie mit ihrem Wasserspender in der Eingangshalle und dem betonierten Pausenhof beschreiben. Mit einem Grundschulschnitt von 2,67 oder schlechter kommen die meist Zehnjährigen an die Mittelschule. Und glauben laut Klemm dann fest, dass sie Mathe oder Deutsch halt nicht können.

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