PfadnavigationHomeRegionalesHamburgReiche im Hamburger Hafen„Wir spüren die Schwäche des Standorts“Veröffentlicht am 29.07.2025Lesedauer: 3 MinutenBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei ihrem Besuch des Containerterminals Altenwerder (CTA) im Hamburger HafenQuelle: Christian Charisius/dpaBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche benennt bei einem Besuch des Hamburger Hafens offen die Probleme der Wirtschaftsnation Deutschland. Zuvor hatten Politiker aus der Hansestadt mindestens 500 Millionen Euro im Jahr für den maritimen Ausbau gefordert.Bei einem Besuch im Hamburger Hafen hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen zu langsamen Ausbau der Infrastruktur in Deutschland kritisiert. „Wir sind in Deutschland, wenn es darum geht, Infrastruktur auszubauen, nach wie vor zu langsam“, sagte die Ministerin auf dem Containerterminal Altenwerder. Sie forderte Maßnahmen gegen hohe Energiepreise und Belastungen aus sozialen Sicherungssystemen. Das Terminal ist mit seinem weitgehend automatisierten Containerumschlag das modernste Hafenterminal in Deutschland, wie Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) erklärte. „Wir spüren die Schwäche des Standorts“, sagte Reiche. Die Exporte aus Deutschland seien gesunken, sowohl über den Atlantik als auch nach China. „Wir importieren mehr als wir exportieren. Das zeigt sich in einer Rezession.“ Lesen Sie auchDer Containerumschlag im Hamburger Hafen ist nach Angaben der Hafenverwaltung HPA im ersten Halbjahr um 9,3 Prozent gewachsen. Allerdings seien darunter viele Leercontainer, wie es hieß. Infolge des Zollstreits ist der Export beladener Container in die USA um 26,2 Prozent zurückgegangen. Der Import aus den USA legte um 0,4 Prozent zu. Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, appellierte an die norddeutschen Länder, die 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für den Ausbau der Infrastruktur zu nutzen. Hamburg stünden 2,6 Milliarden zu. Aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes sollen weitere 400 Millionen Euro die „grüne Transformation“ der Seehäfen fördern.Forderungen aus Hamburg in Richtung BerlinDie Hamburger Regierungsfraktionen von SPD und Grünen beanspruchen vom Bund mindestens 500 Millionen Euro im Jahr für die deutschen Seehäfen. Damit schließen sich die Parlamentarier einer Forderung aus der Wirtschaft an. Die Fraktionen begründen die Forderung damit, dass in den nächsten Jahrzehnten Kosten in Milliardenhöhe anfielen, um die Häfen zu erhalten und auszubauen. Das geht aus einer Mitteilung der SPD-Fraktion hervor. „Der Bund muss endlich Verantwortung übernehmen und sich substanziell an den Infrastrukturkosten der deutschen Seehäfen beteiligen“, hieß es darin von der hafenpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Clarissa Herbst. Über den gemeinsamen Antrag der Fraktionen soll die Bürgerschaft am 10. September abstimmen. Zuvor hatte Hamburgs CDU-Fraktionschef Dennis Thering seine Forderungen auch an die Hamburger Landespolitik formuliert: „Die neue Bundesregierung setzt sich mit Nachdruck für die Zukunft unserer Häfen ein. Davon profitiert gerade auch der Hamburger Hafen. Das reicht aber nicht und darauf dürfen sich SPD und Grüne in Hamburg nicht weiter ausruhen“, sagte er. Jetzt sei hauptsächlich der rot-grüne Senat gefordert, sich endlich mehr für den Hamburger Hafen zu engagieren und dringend benötigte Investitionen zu tätigen. Verband schätzt Bedarf auf etwa 15 Milliarden EuroDer Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) aus Hamburg schätzt, dass rund 15 Milliarden Euro in die Hafeninfrastruktur der Küstenländer investiert werden müssen. Darüber berichtete am Wochenende die WELT AM SONNTAG exklusiv. Der ZDS hatte vor der Bundestagswahl vom Bund gefordert, jährlich 500 Millionen Euro für die Seehäfen zu zahlen. Lesen Sie auchDas Bundesverkehrsministerium hatte Anfang des Monats angekündigt, die Regierung wolle über vier Jahre zusätzlich 400 Millionen Euro für die klimafreundliche Modernisierung von Schifffahrt und Häfen bereitstellen. Die Ankündigung betrifft auch Binnenhäfen. Der Bund zahlt den Ländern gegenwärtig jährlich rund 38,3 Millionen Euro für die Seehäfen.jlau
Reiche im Hamburger Hafen: „Wir spüren die Schwäche des Standorts“ - WELT
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche benennt bei einem Besuch des Hamburger Hafens offen die Probleme der Wirtschaftsnation Deutschland. Zuvor hatten Politiker aus der Hansestadt mindestens 500 Millionen Euro im Jahr für den maritimen Ausbau gefordert.







