Israel hat auf die internationale Empörung über die sich zuspitzende Hungerkrise im Gazastreifen reagiert und zu Wochenbeginn wieder Hilfslieferungen in das Küstengebiet gelassen, jedenfalls in größerem Umfang als bisher. Um das zu ermöglichen, hatte die israelische Armee auch am Montag eine zehnstündige Waffenruhe in drei dicht besiedelten Zonen zugesichert, wie sie bereits am Sonntag gegolten hatte.

Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen kritisierten aber den von der israelischen Regierung zugelassenen Umfang der Lieferungen als völlig unzureichend. Der Hilfskoordinator der UN, Tom Fletcher, nannte die bisherige Hilfe einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Wochenende sind in diesem Monat bereits 63 Menschen im Gazastreifen an den Hungerfolgen gestorben, unter ihnen 24 Kinder. Laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium in Gaza sind allerdings allein von Sonntag auf Montag weitere 14 Menschen verhungert. 90 000 Frauen und Kinder müssten laut dem UN-Hilfswerk World Food Programme wegen akuter Unterernährung dringend behandelt werden. Zwei israelische Menschenrechtsorganisationen warfen ihrer eigenen Regierung am Montag wegen der „verheerenden“ Situation im Gazastreifen Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung vor.