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undeskanzler Friedrich Merz hat öffentlich und zuletzt auch in einem Telefonat mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu immer deutlicher erkennen lassen, dass das Ende seiner Geduld mit der israelischen Kriegsführung in Gaza erreicht ist. Das ist nachvollziehbar, denn die verheerende Lage in dem Küstenstreifen kann den Kanzler nicht kaltlassen. Überdies wächst innen- wie außenpolitisch der Druck. Beim Koalitionspartner SPD, aber auch in der Gesellschaft wäre Zurückhaltung im Umgang mit Netanjahu kaum noch vermittelbar. Die Nachrichten und Bilder aus Gaza sind unerträglich. Damit stellt sich nun aber umgehend die Frage nach den Folgen der verschärften Kritik. Bleiben sie aus, wird aus der Gedulds- eine Machtprobe.
Die Welle der Solidarität war beklemmend kurzlebig
Die Menschen in Israel haben sich, notgedrungen, schon lange eingerichtet in einer Welt, in der sie nur auf wenige Unterstützer zählen können. Bestärkt fühlten sie sich darin nach dem Hamas-Terror des 7. Oktober 2023 durch eine Welle internationaler Solidarität, die beklemmend kurzlebig und flach ausfiel. Sieht man von den USA unter dem moralbefreit und zynisch agierenden Donald Trump ab, blieb Deutschland unter den großen, mächtigen Industrienationen als einziger verlässlicher Verbündeter gegen die diplomatische Isolation. Wenn Netanjahu nun nicht einmal annähend mehr in der Lage ist, selbst den deutschen Kanzler von der weiteren Notwendigkeit und mehr noch von den Mitteln der Kriegsführung im Gazastreifen zu überzeugen, dann hat er ein ernsthaftes Problem. Nicht zuletzt in Netanjahus Hand liegt nun, welche Rolle Deutschland für Israel künftig überhaupt noch spielen wird und kann.







