Diesmal behielt Chloe Kelly ihr Trikot an, statt es mit erhobenem Arm durch die Luft zu wedeln und dabei ekstatisch über den Rasen zu rennen. Dieser Torjubel nach dem Finale von 2022 im Wembley-Stadion gegen Deutschland, als Kelly England in der Verlängerung zu Europameisterinnen gemacht hatte, kam einem jetzt wieder in den Sinn. Er war damals für manch eine(n) ikonisch genug gewesen, um sich dieses Motiv tätowieren zu lassen: der Moment, in dem Kelly als Erlöserin die lange Wartezeit seit dem WM-Titel der Männer 1966 in ebendiesem Stadion beendet hatte. Diesmal, in Basel, wählte Kelly eine subtilere Geste, sie spreizte nur den Zeigefinger ihrer rechten Hand ab, die Emotionen sprudelten weniger aus ihr heraus, obwohl der Moment drei Jahre später gegen Spanien nicht minder groß war. Statt weit aufgerissene Augen war nun ein sehr selbstbewusstes Lächeln zu sehen.
Englands EM-Titel: Die Königinnen des Cups
England verteidigt den EM-Titel, weniger mit fußballerischer Klasse als mit einem nie enden wollenden Glauben an sich selbst. Für diese Mentalität steht Chloe Kelly – und Trainerin Sarina Wiegman, die selbst nicht fassen kann, was ihr da gelungen ist.














