Pfarrer Martin Cambensy lässt sich schwer und schwitzend auf der langen, quietschgelben Holzbank nieder und lehnt behutsam seinen Gehstock an die Seite. Es ist brütend heiß im steingrauen Innenhof mit dem großformatigen Betonpflaster. Der 65-Jährige deutet mit dem Kopf nach links zum frei stehenden Campanile, der 14 Meter hoch über dem katholischen Pfarrzentrum St. Mauritius wie ein XXL-Kamin aufragt. „Früher war der mit Efeu bewachsen und leuchtete weithin rot, richtig schön.“ Jetzt steht ein wackliger Bauzaun am Fuß des betonierten Kirchturms, „er bröckelt“, die Glocken dürfen aus statischen Gründen nicht mehr geläutet werden. Überhaupt könnte die letzte Stunde geschlagen haben für diesen architektonisch herausragenden sakralen Ort Münchens und damit auch für das Herz der vergleichsweise jungen Gemeinde.
St. Mauritius in Moosach könnte die erste katholische Kirche in München seit Jahrzehnten sein, die entweiht wird
Die katholische Pfarrgemeinde kann sich die unter Denkmalschutz stehende brutalistische Kirche nicht mehr leisten und sucht Käufer.






