Donald Trump ist ganz der Alte. Er reiste übers Wochenende nach Europa, hauptsächlich privat, mit Besuch in Turnberry im Südwesten Schottlands, wo ein direkt an der Küste gelegener Golfplatz seinen Namen trägt. Eher nebenbei würde er den britischen Premier Keir Starmer zu Handelsgesprächen treffen. Für den Sonntagnachmittag hat er EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingeladen und die Wahrscheinlichkeit eines Deals im Zollkonflikt zuvor mit „50-50“ eingestuft. Wäre es nicht der Präsident der Vereinigten Staaten, der an Bord der Air Force One über den Atlantik fliegt, es sähe ganz so aus, als mache dort der Immobilienmogul Trump am Rande einiger Partien Golf ein paar Geschäfte. Entsprechend dem Klischee alter Hollywood-Filme.

Für die EU-Staaten ging es bei dem Treffen um viel: Entweder es gelingt ein Abkommen mit Washington bis zum 1. August, oder ein Großteil aller Waren aus Europa würde mit einem Einfuhrzoll von 30 Prozent belegt – und der Handelskrieg würde Realität. So hatte es Trump vor zwei Wochen angedroht und den Druck in den Verhandlungen damit ein weiteres Mal erhöht. Bis kurz vor dem Treffen des US-Präsidenten mit Ursula von der Leyen rangen beide Seiten noch um Details einer möglichen Vereinbarung.