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st da jemand? Diese Frage stellt sich, wenn man Vizekanzler Andreas Babler bei seiner Arbeit seit dem Amtsantritt im März beobachtet. Damals hat er in der österreichischen Ampel von seinem Vorgänger Werner Kogler (Grüne) ein thematisches Kraut-und-Rüben-Ministerium übernommen und noch ein weiteres Ressort hinzugefügt – Wohnen. Wenn man Babler in der Fragestunde im Nationalrat vor zwei Wochen zugehört hat, wird deutlich: Leistbares Wohnen ist dem Minister, der gleichzeitig SPÖ-Chef ist, wirklich ein Herzensanliegen.
Wohnbauförderung ist jedoch Ländersache, die Wohnagenden liegen faktisch in anderen Ressorts. Was sein Ministerium genau macht, darauf versuchte Babler im Parlament eine Antwort zu geben. „Die Aufgabe des Ministeriums ist es tatsächlich, die gesamte gemeinsame Wohnpolitik zu koordinieren, hier läuft alles zusammen.“ Dazu bekannte er freimütig: „Es sind 1000 Euro budgetiert für diesen Bereich. Diese 1000 Euro sind ein Posten, der veranschaulichen soll, dass es diesen Posten gibt.“ In der Fragestunde stellte der Minister eindrucksvoll unter Beweis, warum es nicht Antwortstunde heißt. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erklärt er: „Sobald ich ein konkretes Modell vorliegen habe, können wir über die Fragen, die Sie angesprochen haben, gerne diskutieren.“







