Wer in diesen Tagen den Puy de Dôme hinauf radeln möchte, muss am Fuß des Berges erkennen, dass die Straße zum Gipfel durch eine Schranke versperrt ist. Für alle gleich, selbst für Radler – und Radlerinnen. In Clermont-Ferrand, unweit dieses Vulkans, hängen dennoch auffällig viele Plakate, die Gegenteiliges vermitteln. „Puy de Dôme“ ist zu lesen, dazu die Ankündigung der sechsten Tour-Etappe der Frauen – sowie, dem inzwischen überholten Hinweis auf die zehnte Etappe der Männer, die unlängst Clermont-Ferrand streifte. Die Tour beider Geschlechter eint, dass sie nur vermeintlich über den prominenten Puy de Dôme führt. Auf dem Poster indes ist ein Zielsprint zwischen einem Rennfahrer und einer Rennfahrerin angedeutet: Der Mann liegt in der Illustration hinter der Frau, blickt etwas grimmig drein, während sie die Faust reckt.

Die Zeichnung aus dem französischen Zentralmassiv lässt erahnen, dass Rennrad fahrende Frauen nach Jahren der Nichtbeachtung vor einer promotion, einer Beförderung stehen. Erstmals geht es über neun Etappen, womit für die Tour de France Femmes beileibe nicht jener Aufwand betrieben wird, wie bei der am Sonntag endenden dreiwöchigen Variante der Männer. Aber es geht so lange wie noch nie – und im Streckenprofil sind nicht wenige gebirgige Berühmtheiten zu erkennen. Es ist also auch eine Tour de Chance zu erwarten. Die Frage ist: Wie nimmt das Publikum die zweite Frankreich-Rundfahrt im Jahr 2025 wahr?