Schon vor gut einem Jahr hat Marco Mehrwald eine Röstmaschine in den USA bestellt, Warenwert 170 000 US-Dollar. „Man versus Machine“ ist zwar kein ganz kleines Unternehmen mehr, trotzdem war und ist der Kauf die bis dato größte Einzelanschaffung, die Betreiber Mehrwald getätigt hat. Das Problem ist nun: Wenn der US-Präsident Ernst macht und die Einfuhrzölle auf Importe aus der Europäischen Union (EU) vom 1. August an tatsächlich auf 30 Prozent anhebt, könnten als Reaktion darauf auch Importe aus den USA deutlich teurer werden. Für die Röstmaschine samt Entsteiner, beides in Kalifornien von der Firma Loring produziert, könnte sich damit der Gesamtpreis für Mehrwald im schlimmsten Fall um weitere 50 000 US-Dollar erhöhen.
Seinem Ärger darüber hat Mehrwald vor wenigen Tagen auf Instagram in einem Post Luft gemacht. Man stehe, heißt es darin, im „Kreuzfeuer einer Politik, die kleine, langfristige Entscheidungen wie politische Schachfiguren“ behandele. Und: Der Handelskrieg zwischen den USA und Europa treffe nicht Regierungen, er treffe „Menschen wie uns“. Welches Unternehmen hätte schließlich vor gut einem Jahr ahnen können, dass ein transatlantischer Handelsstreit ausbricht?
Fragt man Mehrwald, warum es überhaupt so lange gedauert hat, bis die Maschine geliefert werden konnte, erklärt dieser am Telefon, die kalifornische Firma baue nur auf Bestellung. Außerdem sei die neue Rösterei an der Görresstraße bislang nicht fertig, mit der Lieferung habe man es also eigentlich nicht allzu eilig gehabt. Denn dann hätte er die Röstmaschine in München irgendwo unterstellen müssen.








