PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBeliebter Entertainer verstorbenAbschied von „Carlo – nicht Herr von Tiedemann“ im MichelVeröffentlicht am 11.07.2025Lesedauer: 3 MinutenBischöfin Kirsten Fehrs spricht auf der öffentlichen Trauerfeier für die Entertainer-Legende Carlo von Tiedemann im Hamburger Michel.Quelle: Marcus Brandt/dpaEin Hamburger Original hat Abschied genommen. Im Michel versammelten sich Hunderte, um Carlo von Tiedemann zu ehren: einen Entertainer mit Herz, Humor und Haltung. Zwischen Musik, Erinnerungen und bewegenden Worten wurde spürbar, wie sehr er fehlen wird.Jupp, jupp – mit diesen Worten hätte Carlo von Tiedemann wohl selbst die hunderte Gäste begrüßt, die am Donnerstagnachmittag im Hamburger Michel zu seiner Trauerfeier gekommen waren. Weggefährten, Freunde und Fans des langjährigen NDR-Moderators wollten Abschied zu nehmen von einem Mann, der wie kaum ein anderer für norddeutschen Charme, Schlagfertigkeit und Herzenswärme stand. Am 8. Juni war Carlo von Tiedemann mit 81 Jahren in Hamburg gestorben.Zwischen Orgelklängen, persönlichen Erinnerungen und leisen Tränen wurde deutlich: Carlo war mehr als eine Fernsehlegende – er war ein Stück Hamburg. In ihrer Traueransprache würdigte die Hamburger Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs den Verstorbenen als „Hoffnungsmensch“. Der Entertainer sei ein reeller und wahrhaftiger Mensch mit begnadetem Humor gewesen, der anderen Mut machen konnte. „Er hatte diese unkomplizierte Zugewandtheit, bei der jeder das Gefühl hatte, er sei ganz persönlich gemeint.“Lesen Sie auchMit Respekt und Achtung sei „Carlo – nicht Herr von Tiedemann“ ohne Berührungsängste jedem Menschen mit Respekt und Achtung begegnet, sagte Fehrs. Sein Elternhaus, insbesondere sein Vater, sei für ihn prägend gewesen. „Von ihm habe er Anstand, Aufrichtigkeit und Würde gelernt, sagte er einmal.“ In seinem Leben habe „Carlo“ viel gekämpft: „Mit Krankheit, Nöten und seinen Schwächen.“Der Entertainer habe an einen Gott, der sich in der Liebe zeigt, geglaubt, sagte die Bischöfin. Dieser tiefe Glaube habe ihn getragen und ihn zu einem sozialen Menschen gemacht, der sich obdachlosen Menschen, sterbenskranken Kindern oder von der Pandemie gebeutelten Personen zugewandt habe. „Carlo hat immer sofort zugesagt, wenn er helfen konnte. ,Du‘, sagte er oft, ,die zeigen mir immer, wie schnell es einen erwischen kann‘.“ Nun sei er in der Hand dieses liebenden Gottes, sagte Fehrs.Auch zahlreiche Prominente, darunter Sängerin Mary Roos, TV-Koch Tim Mälzer und Musiker Joja Wendt, viele Weggefährtinnen und -gefährten, Kolleginnen und Kollegen sowie Freunde waren in den Michel gekommen, um Abschied von dem Entertainer zu nehmen.Lesen Sie auchNDR-Intendant Joachim Knuth bezeichnete ihn als „Publikumsliebling“, dem der NDR viel zu verdanken habe. 1971 kam er als Hörfunkreporter zum NDR. Seit Ende 1976 führte er gemeinsam mit Alida Gundlach und Victoria Voncampe durch knapp 1000 Sendungen „Aktuelle Schaubude“.Carlo von Tiedemann kam am 20. Oktober 1943 in Stargard in Pommern zur Welt. Nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann volontierte er bei der „Cuxhavener Allgemeinen“. Anschließend arbeitete er beim „Hamburger Abendblatt“ und ging drei Jahre als Korrespondent für den Springer-Auslandsdienst nach Buenos Aires (Argentinien).Carlo von Tiedemann war in zweiter Ehe mit Julia Laubrunn (59) verheiratet und hinterlässt vier erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. Die Beisetzung hat bereits im kleinen Kreis in Quickborn stattgefunden.epd/juve
Beliebter Entertainer verstorben: Abschied von „Carlo – nicht Herr von Tiedemann“ im Michel - WELT
Ein Hamburger Original hat Abschied genommen. Im Michel versammelten sich Hunderte, um Carlo von Tiedemann zu ehren: einen Entertainer mit Herz, Humor und Haltung. Zwischen Musik, Erinnerungen und bewegenden Worten wurde spürbar, wie sehr er fehlen wird.






