In Iran sind die Menschen seit Dienstag wieder vor Bomben der israelischen Luftwaffe sicher, vor der eigenen Führung sind sie es nicht. Gerade in diesen ersten Tagen nach dem Krieg will das Regime offenbar zeigen, dass jede Hoffnung auf Wandel in dem Land vergebens ist. Über ihre offiziellen Kanäle, die regimetreuen Medien, lässt die Islamische Republik verbreiten, wie sie gegen Bürgerinnen und Bürger vorgeht, die angeblich israelische Spione sind.
Von etwa 700 Festnahmen ist die Rede, sie alle sollen mit einem israelischen Spionagenetzwerk zu tun gehabt haben. Erst vor wenigen Tagen hatte das iranische Parlament härtere Strafe bei Spionage oder „Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen“ beschlossen. Kurz zuvor war bereits ein Mann hingerichtet worden, dem das Regime vorwarf, er habe für Israel spioniert.
Hinrichtungen während des Kriegs als Signal der Härte
Esmail Fekri war schon länger inhaftiert gewesen, das Todesurteil gegen ihn soll dem „Center for Human Rights in Iran“ zufolge nach einem zehnminütigen Prozess gefallen sein. Ein Anwalt war ihm nicht erlaubt worden. Eine andere Menschenrechtsorganisation, die von Norwegen aus arbeitende „Iran Human Rights“, spricht daher nicht von einer Hinrichtung, sondern von einer „außergerichtlichen Tötung“. Der Zeitpunkt der Hinrichtung, während des Kriegs mit Israel, sollte vom eigenen Volk wohl als Signal der Härte verstanden werden.









