Ein deutscher Artenschützer ist nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung daran beteiligt, auf dem kommerziellen Wildtiermarkt Exemplare streng geschützter Arten für den größten Zoo der Welt zu beschaffen. Der SZ liegen Chatnachrichten vor, in denen der Vorsitzende des Papageienschutzvereins ACTP aus Brandenburg, Martin Guth, als Einkäufer für den indischen Zoo Vantara auftritt, offiziell ein Projekt zur Rettung notleidender Tiere aus aller Welt. Dort ist in kurzer Zeit die größte Sammlung an lebenden Wildtieren entstanden, die je in Menschenhand gelegen hat. Experten hielten es bisher schon für nahezu ausgeschlossen, dass die Zigtausenden Tiere, die dort inzwischen gehalten werden, allesamt alt, verletzt oder in Not geratene Exemplare ihrer Arten sein sollen.
Vantara teilt auf Anfrage mit, „in voller Übereinstimmung mit allen nationalen Gesetzen, internationalen Verträgen“ und dem Washingtoner Artenschutzabkommen Cites zu arbeiten. „Wir sind eine gemeinnützige, nicht-kommerzielle Organisation, die sich dem Tierschutz und dem Artenschutz verschrieben hat.“ Noch nie hätten sie Tiere gekauft oder verkauft und würden das auch in Zukunft nicht tun. Guths Anwältin antwortet auf eine entsprechende Anfrage: „Martin Guth ist und war für niemanden, auch nicht das Vantara-Projekt, als ‚Tiereinkäufer‘ oder ‚Tierhändler ‘oder ‚Tierbeschaffer‘ tätig.“






