Das Oberste Gericht Indiens lässt mögliche Unregelmäßigkeiten rund um den indischen Megazoo Vantara untersuchen. Ein entsprechender Beschluss des Gerichts vom Montag wurde am Dienstag bekannt, er liegt der SZ vor. Das Gericht spricht von einer großen Tragweite der erhobenen Vorwürfe, nicht nur gegen Vantara, sondern auch gegen staatliche Akteure wie die indische Zoobehörde, die eingereichten Petitionen zufolge ihren Aufgaben nicht adäquat nachkämen. Vor diesem Hintergrund sei eine „unabhängige Sachverhaltsprüfung“ durch ein Sonderermittlungsteam angebracht. Ein ehemaliger Richter am Supreme Court soll dieses Team leiten.
Vantara ist die größte Tiersammlung in Menschenhand, die es je gab. Nach SZ-Recherchen wurden bis zum Frühsommer dieses Jahres mehr als 45 000 Tiere aus aller Welt auf das Gelände im Westen Indiens geschafft, unter anderem aus der Demokratischen Republik Kongo und Venezuela. Darunter sind allein mehrere hundert Raubkatzen und Dutzende Menschenaffen, darunter ein Berggorilla, den es sonst offiziell nirgendwo in Gefangenschaft gibt. Hinter dem Projekt steht die reichste indische Familie, die unter anderem in der Öl- und Gasindustrie ihr Geld verdient. Gesicht des Zoos ist Anant Ambani, der jüngste Sohn der Familie, der mit einer Hochzeitsfeier mit Staraufgebot von sich reden machte.












