Wer an diesem Morgen den Störungsmelder der Münchner S-Bahn konsultiert, der stößt dort auf eine überschaubare Zahl an Nachrichten. Wegen „technischer Defekte an mehreren Bahnübergängen“ endet die S5 vorzeitig in Aying; hinzu kommt auf dem Südarm der S3 ein inzwischen behobener „technischer Defekt an einem anderen Zug“.
Was dort – anders als bisweilen in der Vergangenheit – nicht auftaucht, ist eine technische Einrichtung, deren Name vielen S-Bahn-Pendlern einen kalten Schauer über den Rücken jagt: das Stellwerk am Ostbahnhof, dessen Fehleranfälligkeit in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Verspätungen, Zugausfällen und Chaos auf der Stammstrecke geführt hat. Der zugehörige Durchsagen-Klassiker: „Wegen einer Stellwerkstörung am Ostbahnhof…“
Dieser Satz soll künftig nicht mehr aus den Lautsprechern an den Bahnsteigen ertönen. Denn das bisherige Relais-Stellwerk am Ostbahnhof, Baujahr 1971, hat für den S-Bahn-Verkehr ausgedient. Ersetzt wird es durch zwei elektronische Stellwerke am Ostbahnhof und am Leuchtenbergring, deren Inbetriebnahme die Deutsche Bahn (DB) am Donnerstag im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefeiert hat.
„Die neuen Stellwerke sorgen nicht nur dafür, dass der Alltag der Menschen im Großraum München besser funktioniert, sondern sie sind auch ein zukunftsweisendes Projekt für die Eisenbahn insgesamt“, betont Berthold Huber, Infrastrukturvorstand bei der Bahn. Ihm zufolge ist das alte Stellwerk am Ostbahnhof allein für 15 Prozent aller Verspätungen bei der S-Bahn verantwortlich gewesen. Insofern werde die Modernisierung „den Verkehr auf dieser wichtigen Lebensader der Stadt verlässlicher und pünktlicher machen“.






