Mitten in … Marina di Castagneto Carducci

Schulferien sind dazu da, das Gehirn zu entspannen, damit es danach wieder aufnahmefähig ist. Es sei denn, die Kinder gehen in Bayern zur Schule. In den ersten sechs Schultagen nach den Pfingstferien stehen vier Leistungsnachweise an, also sitzt die Achtklässlerin nach dem Frühstück am Campingtisch in der Toskana. Erst Französich-Vokabeln, dann das zwölftaktige Blues-Schema, I-I-I-I-IV-IV-I-I-V-IV-I-I. In der Pinienkrone über dem Zeltplatz rätscht ungeduldig ein Eichelhäher, er hätte gerne freie Bahn, die Krümel am Boden aufzupicken. Aber Geduld, lieber Vogel, erst ist noch Mathe dran, grafisches Lösen linearer Gleichungssysteme. Also Buch aufgeschlagen, Seite 129, Aufgabe 2. Da macht es plötzlich pflatsch – und ein riesiger Klecks Vogelkacke ziert das Buch. Die Botschaft des Eichelhähers könnte klarer nicht sein: Lernen in den Ferien ist Mist! Nadeschda Scharfenberg