PfadnavigationHomeIconWatchesNEWSUhren sind nur Männersache? Von wegen!Veröffentlicht am 26.06.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Seamaster Aqua Terra 33 mm von Omega getragen von Ashley GrahamQuelle: OmegaImmer mehr Hersteller investieren in kleinere Modelle mit hoher technischer Qualität. Omega, Hermès und Vacheron Constantin zeigen, wohin sich die Uhrmacherei entwickelt.Wenn es etwas gibt, mit dem man in der Uhrenszene ganz bestimmt Widerspruch hervorruft, dann sind es Bemerkungen wie: „Uhren sind doch in erster Linie was für Männer.“ Oder: „Viele Modelle, die für Frauen sind, werden doch von Männern gekauft und dann an eine Frau verschenkt.“ Glaubt man der Industrie, hat sich dies von Grund auf geändert und das Interesse von Frauen an Feinmechanik fürs Handgelenk steigt jedes Jahr mehr an. An die Spitze der Bewegung hat sich nun Omega gesetzt: Die „Aqua Terra 30 mm“-Kollektion besteht aus zwölf Uhren mit dem dezenten Durchmesser, Modelle sind in Edelstahl gehalten, aber es gibt auch Zeitmesser mit hauseigenen Goldlegierungen. Besondere Erwähnung verdienen die Werke. Die Bieler haben sie völlig neu entwickelt, sodass alle Parameter wie Genauigkeit, Robustheit und Unempfindlichkeit gegenüber Magnetismus gewährleistet sind. Als Unternehmen, das nicht nur, aber vor allem für die Uhren bekannt ist, die Nasa-Astronauten bei ihren Trips ins All begleiteten, kann diese groß angelegte Ergänzung nur von Vorteil sein.Lesen Sie auchDie Kampagnen-Gesichter sind wie immer bei dieser Manufaktur aus der ersten Riege: Model, Unternehmerin und Aktivistin Ashley Graham, K-Pop-Star Danielle Marsh, die Grammy-prämierte Sängerin und Songwriterin Tems, die Oscar-Preisträgerin Ariana BeBose, sowie die BAFTA-Gewinnerin Marisa Abela. Für die Premiere sind die Schweizer nach Japan gereist, genauer: In die Nähe der Stadt Kyoto.Aus Deutschland war das Model Lena Mantler dabei. Der Slogan lautet „My little secret“ – die Testimonials geben das Geheimnis der neuen Uhr öffentlichkeitswirksam weiter. Für Frauen, die einen bombastischen Auftritt lieben, ist die Serie wohl nicht die, die sich am besten eignet. Aber die sind ja auch nicht in der Überzahl.Einen ganz eigenen Weg geht in der Uhrmacherei seit Jahren Hermès. Häufig spielt das Pariser Haus mit dem Thema Zeit, sodass es sie nicht nur misst, sondern beim Blick aufs Handgelenk einen Moment der Freude kreiert. Diese Tradition setzt es nun fort, mit der „Arceau Hermès Locomotion“. Der französische Zeichner und Filmemacher Ugo Bienvenu entwarf für das Seidencarré Hermès Locomotion eine futuristische Version der Boutique in der Rue Faubourg Saint-Honoré. Nun haben Konstrukteure das Motiv in eine Uhr übersetzt.Das Ergebnis ist wieder einzigartig: Die Miniaturmalerei auf dem Zifferblatt zeigt Fantasiewesen in fröhlichen Farben, die das Kind im Menschen ansprechen, ohne infantil zu wirken. Dass die Zeitmessung reibungslos funktioniert, stellt ein Manufakturwerk sicher, das 38-Millimeter-Gehäuse ist mit 71 Diamanten besetzt. Ganze zwölf Stück wird es von dieser Serie geben, deren Preis der Hersteller in der Pressemeldung nicht nennt. Aber Spielzeug für Erwachsene, die noch gern Kind sind, in dieser Güteklasse ist ohnehin unbezahlbar.Und wo wir gerade bei unbezahlbaren Dingen sind – Vacheron Constantin hat wieder eine Superuhr vorgelegt, die die Konkurrenz zur Kenntnis nehmen dürfte. Die Genfer, die 2024 die komplizierteste Uhr aller Zeiten vorstellten – 63 Komplikationen inklusive Ewigem chinesischem Kalender –, und dieses Jahr mit der kompliziertesten Armbanduhr weitermachten, scheinen gewillt zu sein, das Feld der allerhöchsten Uhrmacherkunst unter allen Umständen zu entwickeln.Lesen Sie auchDie neueste Kreation mit dem Namen „Les Cabinotiers Temporis Duo Grand Complication Openface“ hat dagegen nur eine bescheidene Anzahl von Funktionen – zu nennen sind ein Split-Seconds-Chronograph, eine Minutenrepetition und ein spezielles Tourbillon zum Schwerkraftausgleich. Aber der Look ist absolut unverwechselbar – wie es die Designer der Genfer schaffen, die Modelle gleichzeitig hochtechnisch und elegant wirken zu lassen, das erstaunt immer wieder aufs Neue. Und das zeigt: Die Uhrenszene mag Kritikern als konservativ und maskulin erscheinen, quicklebendig aber ist sie allemal. Genau das ist es, was die Faszination am Leben erhält.