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as Nato-Treffen in Den Haag wird in die Geschichte eingehen als Gipfel der Superlative. Noch nie ist im Bündnis in so kurzer Zeit so viel Geld bewegt worden, zumindest auf dem Papier. Die Nato-Staaten haben sich verpflichtet, ihre Verteidigungsausgaben binnen zehn Jahren auf 3,5 Prozent ihrer Wirtschaftskraft zu erhöhen. Rechnet man 1,5 Prozent für militärisch relevante Infrastruktur hinzu, sind es sogar fünf Prozent. Diese Zahl musste sein, damit auch US-Präsident Donald Trump seinen eigenen Superlativ mit nach Hause nehmen konnte. Kein Präsident in der Geschichte der Allianz hat die Verbündeten je so unverblümt nach seiner Pfeife tanzen lassen. Schon immer mussten sich die Nato-Staaten nach ihrem mächtigsten Mitglied richten. Noch nie aber war die Furcht vor den Launen eines einzelnen Mannes so groß.