Seit dem spektakulären Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters Wirecard vor fünf Jahren stellt sich immer wieder eine Frage: Wohin sind eigentlich die teils zwielichtigen Kunden des Aschheimer Unternehmens abgewandert? Mussten sie ihre Geschäfte danach ganz im Dunkeln abwickeln, womöglich, um weiterhin Geld zu waschen? Oder übernahmen konkurrierende Zahlungsdienstleister ihre Transaktionen, möglicherweise ohne es zu bemerken – schlicht aufgrund mangelnder Kontrollmechanismen?

Im Fokus steht dabei immer wieder ausgerechnet Payone, ein Zahlungsanbieter, der zu 40 Prozent den Sparkassen und zu 60 Prozent dem französischen Finanzdienstleister Worldline gehört. Bereits seit Längerem ist bekannt, dass es bei der Sparkassen-Tochter Probleme mit fragwürdigen Geschäftskunden gab. Die Finanzaufsicht Bafin stellte im vergangenen Jahr bei einer Prüfung gravierende Mängel in der Geldwäscheprävention und den IT-Prozessen des Unternehmens fest. Rund um den Jahreswechsel musste Payone auf Anordnung der Aufsicht höhere Eigenmittel vorhalten. Zudem soll ein Bafin-Sonderbeauftragter die Beseitigung der Defizite überwachen.

Payone ist kein Einzelfall: Auch andere Zahlungsdienstleister und Fintechs wie N26, Unzer oder Solaris wurden zuletzt mit Sonderbeauftragten der Bafin konfrontiert. In allen Fällen blieben diese länger als erwartet – und förderten immer neue Schwachstellen zutage.