Schulen sind ein guter Ort, um Demokratie im Kleinen zu üben. Hier treffen jeden Tag viele Menschen mit verschiedenen Meinungen und Bedürfnissen aufeinander, hier müssen Konflikte gelöst und Kompromisse ausgehandelt werden. Kinder und Jugendliche sollen in der Schule zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern erzogen werden. Das ist umso wichtiger, als immer mehr junge Menschen an der Demokratie zweifeln und die AfD viele Erstwähler anzieht.

Doch diesem Auftrag kommen viele Schulen offenbar nicht ausreichend nach. Gut die Hälfte der Lehrkräfte – 54 Prozent – ist überzeugt, dass in ihrer Einrichtung mehr für die Demokratiebildung getan werden sollte. An Haupt-, Real- und Gesamtschulen sind es sogar 63 Prozent. Das zeigt das Deutsche Schulbarometer, eine repräsentative Umfrage der Robert-Bosch-Stiftung. Dafür wurden Ende des vergangenen Jahres 1540 Lehrkräfte und Schulleitungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen befragt.

Und warum wird nicht mehr getan? Von den Lehrkräften, die sich mehr Demokratiebildung wünschen, nennen gut drei Viertel fehlende Unterrichtszeit als größtes Hindernis. Für knapp die Hälfte ist mangelndes Fachwissen im Kollegium ein Problem, einem Drittel der westdeutschen Lehrkräfte fehlt passendes Unterrichtsmaterial.