Dass die Menschheit quasi aus dem Allgäu stammt, ist erstens nicht weiter verwunderlich und zweitens seit einigen Jahren wissenschaftlich in der Diskussion, der Tübinger Paläontologin Madelaine Böhme sei Dank. In der Tongrube Hammerschmiede bei Pforzen hat sie Knochen der aufrecht gehenden Menschenaffenart Danuvius guggenmosi entdeckt, was damals, 2019, auch Markus Söder einen Besuch wert war. Ein Meter groß seien die Menschenaffen gewesen, erläuterte die Professorin dem Ministerpräsidenten und überreichte ihm die Replik eines Schienbeinknochens. „Etwas zart für einen Allgäuer“, erwiderte Söder.
Scherze über die robuste Natur der Allgäuer sind sie im Südwesten des Freistaats so gewohnt wie die einfallenden Blechlawinen der Ausflügler an Feiertagen. Wobei es nicht nur um die körperliche Statur, sondern schon explizit auch um die seelische Natur der Einheimischen geht. Sie ist recht bündig zusammengefasst in dem Sprichwort, wonach von sechs Allgäuern, die übereinander gestapelt werden, der unterste so verdruckt sei wie der oberste. Dem niederbayerischen Künstler Joseph Michael Neustifter war dies vor vielen Jahren eine Brunnenplastik wert, die heute in Wangen steht. Sechs Männer liegen übereinander, die unterste aber, ein Geistlicher, sehr verdruckt, aber auch nicht weniger als die Gesellen über ihm, spuckt immer mal wieder Wasser, gerne auf nichts ahnende Passanten. Sehr zur Freude der Umstehenden, seien es nun Allgäuer oder Touristen.






