Friedrich Merz hat den Ton drauf. Der Kanzler kann sprechen wie ein Wirtschaftslenker. Manager fühlen sich direkt wohl, wenn Merz ihre Sprache gebraucht. Andere erinnern sich bei dann eher an Stromberg, die Büro-Satiresendung. Beim Tag der Industrie, dem jährlichen Treffen des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin, sind aber vor allem Wirtschaftslenker zu Gast. Merz bekommt Applaus, wenn er fordert, Deutschland brauche ein neues Mindset („Wir trauen uns etwas zu, wir gehen auch mal ins Risiko“).

Der CDU-Kanzler wird von den Managern ganz anders empfangen als Olaf Scholz (SPD). BDI-Präsident Peter Leibinger sagt über die neue Regierung: „Das Vorzeichen stimmt jetzt wieder.“ Allerdings wollen die Wirtschaftsvertreter mehr als markige Worte von Mindset und Change, das sagen sie auch öffentlich. Die Unternehmen wollen schnell weniger Steuern und Energie-Subventionen. „Die Situation hat sich verbessert, wenn die Bundesregierung den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterverfolgt“, sagt Leibinger. Dann korrigiert er seinen Satz aber direkt selbst und ersetzt das Wort „eingeschlagen“: „Eigentlich müsste ich sagen: Wenn die Bundesregierung den angekündigten Weg weiterverfolgt.“