PfadnavigationHomeRegionalesHamburgInternet-Gruppe „764“Mutmaßlicher Pädokrimineller auf Gefängnisinsel für Jugendliche verlegtVeröffentlicht am 27.06.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand liegt auf einer Elbinsel vor der Stadt JorkQuelle: Marcus Brandt/dpaEr soll Kinder im Internet dazu gebracht haben, Gewalt gegen sich selbst auszuüben – bis hin zum Suizid. Jetzt wurde der tatverdächtige 20-Jährige aus Hamburg in ein anderes Gefängnis verlegt. Auch mit Blick auf die Folgen für seine Eltern gibt es eine Entwicklung.Der 20-Jährige Shahriar J., der Kinder im Internet bis in den Suizid getrieben haben soll, ist in ein anderes Gefängnis verlegt worden. Der mutmaßliche Pädokriminelle, der am Dienstag wegen Mordverdachts an einem Kind festgenommen genommen worden war, wurde von der Hamburger Untersuchungshaftanstalt in das Jugendgefängnis auf der Elbinsel Hahnöfersand bei Jork in Niedersachsen verlegt. Das bestätigte seine Anwältin Christiane Yüksel. Im möglichen Tatzeitraum war er ein Heranwachsender, daher komme er auch in die Jugendhaftanstalt. Lesen Sie auchDer 20 Jahre alte Deutsch-Iraner war in der Nacht zu Dienstag im Haus seiner Eltern in Hamburg festgenommen worden. Er soll unter dem Pseudonym „White Tiger“ acht Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren im Internet zu Gewalt gegen sich selbst gezwungen haben. Die Kinder stammen aus Deutschland, England, Kanada, USA, zwei aus Hamburg und eines aus Niedersachsen. Ein 13-jähriger US-Amerikaner wurde den Ermittlungen nach in den Suizid getrieben, eine 14-jährige Kanadierin habe versucht, sich umzubringen.Der Mann hatte sich widerstandslos festnehmen lassen. Der Festnahme waren monatelange Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Pädokriminellen und die internationale sadistische Internet-Gruppe „764“ vorausgegangen.Verdächtiger fragt nach BibelWie Medien berichteten, soll der junge Mann in dem Gefängnis um die Aushändigung einer Bibel gebeten haben. Auch werden immer mehr Details aus seinem Vorleben bekannt. So hatte er eine Stadtteilschule in Hamburg-Winterhude besucht, wo er auch Abitur gemacht hat. Sein Vater ist Unternehmer und besitzt Immobilien, zudem gibt es einen Bruder. In der Corona-Zeit soll sich Shahriar J. immer mehr zurückgezogen haben, dann wurde er auch in der Pädophilen-Gruppe aktiv. Im Frühjahr gab es eine erste Razzia in der Wohnung, in der später die Festnahme stattfand, gegeben haben.In der „Hamburger Morgenpost“ bezeichnete sein Vater seinen mutmaßlich kriminellen Sohn als „intelligent“, er habe Schach und Tennis gespielt und sei ein ambitionierter Medizin-Student gewesen. Keine Ermittlungen gegen die ElternAm Montag wurde bekannt, dass gegen die Eltern des 20-Jährigen zunächst keine Ermittlungen laufen. „Es liegen derzeit keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten der Eltern des Beschuldigten vor“, sagte Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens. Die Ermittlungen gegen den Deutsch-Iraner dauern der Staatsanwaltschaft zufolge weiter an. Die bei der Festnahme vor fast einer Woche sichergestellten Beweise würden weiter ausgewertet. Die Einsatzkräfte hatten unter anderem ein Notebook, ein Tablet, ein Handy und eine Festplatte mitgenommen. Experten des Landeskriminalamtes untersuchen diese Geräte nun. Zudem soll der Mann noch psychiatrisch begutachtet werden. Der 20-Jährige streitet alle Vorwürfe pauschal ab. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens gilt der Verdächtige als unschuldig.