PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungIrans Atomanlagen„Schmutziger Krieg“? Für den amerikanischen Angriff gab es gute GründeVeröffentlicht am 22.06.2025Lesedauer: 2 MinutenDie USA sind in den Krieg zwischen dem Iran und Israel eingetreten und haben in der Nacht zum Sonntag drei zentrale Atomanlagen des Iran bombardiert. Nun trat Verteidigungsminister Hegseth mit seinem Generalstabschef Dan Caine vor die Presse.Der Versuch, eine iranische Atombombe mit den Mitteln des Völkerrechts zu verhindern, ist mehrfach gescheitert. Es ist gut, wenn diese Gefahr nach den Militärschlägen der USA nun gebannt ist.Es ist eine Situation wie geschaffen für deutsche Ressentiments: Und wieder greifen die Amerikaner ein mit ihren hochentwickelten Flugzeugen, wieder werfen sie ihre Bomben ab, die nur sie besitzen, wieder machen sie mit bei einem Krieg, dessen Anlass ganz und gar zweifelhaft ist. Die deutsche Gesellschaft beobachtet den Nahen Osten meist wie ein Theater ihrer moralisierten Abneigungen. Und die „schmutzigen Kriege“, geprägt von „Großmachtinteressen“, sind darin der beliebteste Plot. Darum muss im Fall des US-Angriffs auf drei Nuklearanlagen im Iran klar festgehalten werden: Für diesen Angriff gab es gute Gründe, und es gab kaum vernünftige Alternativen.In deutschen Blättern und Sendern wird immer noch die Frage diskutiert, ob der Iran wirklich dabei war, eine Atombombe zu bauen. Wer sich eine Weile mit der Materie beschäftigt hat, kannte die Antwort schon lange vor Ausbruch dieses Teils des Krieges. Sie lautet: Nein, die iranische Führung war nicht gerade dabei, die Bombe zu bauen, aber sie stand kurz davor, es jederzeit tun zu können, ohne dass man sie davon hätte abhalten können. Die Uran-Anreicherung auf 60 Prozent und die ständigen Vertuschungen dieser nuklearen Aktivitäten lassen sich anders nicht vernünftig erklären.Lesen Sie auchBei Atomwaffen geht es um Abschreckung. Wer Atomwaffen jederzeit bauen kann, besitzt diese Abschreckung größtenteils. Im Fall einer Staatsführung, deren Sicherheitspolitik vor allem in der Förderung von Milizen und der Infragestellung des Status Quo besteht, wäre das für die ganze Welt eine erhebliche Gefahr gewesen. Es ist gut, wenn diese Gefahr gebannt ist. Der Versuch, das mit den Mitteln des Völkerrechts zu erreichen, war mehrfach gescheitert.Noch ist nicht klar, wie wirksam der Angriff war. Aber am Ende dieses Krieges muss eine regionale Ordnung stehen, die den Nahen Osten sicherer macht. Sie muss auch das Land Iran und das iranische Volk integrieren. Erst dann können auch wir uns sicherer fühlen. Klar ist aber: Ohne die Drohung einer iranischen Bombe ist all das eher zu erreichen.