Ende Februar brachte Teimuraz Lezhava, Georgiens Botschafter in Japan, das Kunststück fertig, wegen eines Museumsbesuchs in die Zeitung zu kommen. Mit seiner Familie war er im Friedensmuseum von Hiroshima gewesen, das die Folgen des ersten amerikanischen Atombombenabwurfs von 1945 zeigt. Anschließend dokumentierte er die Erfahrung auf der Plattform X – und zwar mit einem Foto seiner damals vierjährigen Tochter. Das Kind betrachtet darauf andächtig die verkohlte Lunchbox, die der Schüler Shigeru Orimen dabeihatte, als ihn die Bombe damals tötete. Kritische Kommentare folgten: Sind solche Wahrheiten kindgerecht?
In der Zeitung Asahi antwortete Lezhava: „Erst habe ich gezögert, aber dann bin ich zu dem Schluss gekommen: Kindererziehung bedeutet, die freudvollen und die schmerzhaften Aspekte des Lebens zu teilen.“ Außerdem habe das Museum keine Altersbeschränkung.
Wie sagt man Kindern, dass Mord und Vernichtung zur Menschheitsgeschichte gehören? Die Frage ist in Hiroshima gerade aktueller denn je. Nicht wegen des Botschafters Lezhava natürlich, dem man in seine Kindererziehung nicht reinreden sollte. Sondern weil das berühmte Friedensmuseum der Stadt eine Sonderausstellung für Kinder bekommen soll. Vergangene Woche trat zum ersten Mal ein Gremium mit elf Fachleuten zusammen, das über die Ausrichtung des Vorhabens beraten soll.






