Am Ende der Theatervorstellung stehen die 18 Männer in einem Gefängnishof zwischen stillgelegten Zellentrakten, Backsteinbauten aus dem 19. Jahrhundert, und singen im Chor ein Sehnsuchtslied. Es klingt hier, in der Berliner Justizvollzugsanstalt Tegel, ziemlich traurig und gleichzeitig rau und innig: „Für mich soll’s rote Rosen regnen, mir sollten sämtliche Wunder begegnen.“ Die Häftlinge schmettern den Hit von Hildegard Knef, als wäre er ihr persönlicher Brief an die Freiheit. Im echten Leben sind ihnen wahrscheinlich nicht so viele Wunder begegnet, jedenfalls keine schönen.
Besuch im Gefängnistheater: Schuld und Bühne
Beim Berliner Gefängnistheater spielen verurteilte Verbrecher Theater. Ein Moment der Freiheit, der bald durch Budgetkürzungen bedroht sein könnte.






